HTC Desire HD rooten und S-Off

30 01 2011

Wer von euch selber ein paar Modifikationen an seinem DHD vornehmen möchte, der muss zum einen sein Gerät rooten und zum anderen den Bootloader flashen können.

Dieses Video zeigt euch recht schnell und einfach erklärt wie es am besten geht:

Hier noch etwas zur Begriffserklärung aus dem Pocketpc-Forum:

Begriffserklärung Rund um Root

1. Was ist Root?

Der Begriff kommt aus der Unix/Linux-Welt. Und weil Android im innersten Kerm ja auf Linux basiert, kommt der Begriff auch hier zum Einsatz.
Es ist zwar nicht ganz das gleiche, aber in der Windows-Welt ist ein „Root“ etwa mit dem Administrator gleich zu setzen. Dieser hat also volle Kontrolle über das System und darf auch alle Bereich des Systems zugreifen.
Das birgt aber auch gewisse Gefahren: So können beispielsweise Dateien manipuliert werden, sodass das System danach nicht mehr funktioniert. Darum ist diese Funktion mit Vorsicht zu geniessen!

1a. Was bringt mir Root?

Es gibt diverse Apps, die Rootrechte benötigen (z.B. Titanium Backup, um alle Apps und Nutzerdaten speichern zu können).
Zudem können so störende Systemelemente (z.B. vorinstallierte Apps) entfernt werden. Des Weiteren ist es nötig, um einen neuen Bootloader zu flashen.

2. Was bringt mir ein neuer Bootloader?
Der Bootloader – der Name tönt es bereits an – leitet die Startsequenz von Android ein. Das ist so ungefähr vergleichbar mit dem BIOS des Computers.
Auf dieser Ebene könnte man das System ungehindert verändern. Könnte, denn bei Android ist dieser Bootloader grundsätzlich verschlossen. Spielt man aber einen neuen ein, so bestehen diese Massnahmen nicht mehr und man kann so unter anderem ein CustomRecovery flashen (mehr dazu weiter unten). Man nennt dies dan „Bootloader S-OFF“, wobei S-OFF für „Security-OFF“ steht

3. Was ist Bootloader S-OFF (ENG S-OFF)?
Das HTC Desire HD (auch das Desire Z) haben im Gegensatz zu den Vorgängermodellen neue Sicherheitsmassnahmen eingebaut, die eigentlich dazu dienen, den „Otto-Normal-User“ davor zu schützen, das eigene Gerät versehentlich unbrauchbar zu machen.
Doch auch wenn der „versierte“ User kommt und beispielsweise ein CustomROM aufspielen will, so stehen ihm diese Sicherheitsmassnahmen im Weg. Hier wird aufgelistet inwiefern sich S-On/S-OFF und kein Root/Root unterscheiden.

3a. Der Status S-On ohne Root heisst, dass alle Schutzmechanismen, die HTC eingebaut hat, um eine versehentliches Zerstören des Systems zu verhindern, im Einsatz sind. Das bedeutet unter anderem, dass der User keinen Schreibzugriff auf die System-Partition von Android hat. Auch Root ist nicht möglich, geschweige denn das Flashen von inoffiziellen Updates.

3b. Hat man S-ON mit Rootrechten (erstellt mit VISONary+), dann hat man etwas mehr Zugriff aufs System, ist aber noch weit von S-OFF entfernt. Mit Rootrechten kann man entsprechende Apps ausführen (z.B. TitaniumBackup) und man kann Apps, die vorinstalliert sind, entfernen.

3c. Mit S-OFF sind alle Schutzmassnahmen ausser Kraft gesetzt. Man kann direkt ein CustomRecovery flashen, auch CustomROMs. Dabei wird keinerlei Überprüfung durchgeführt, ob diese Recoverys oder ROMs vom Hersteller freigegeben wurden oder signiert sind. Rootrechte sind aber nicht automatisch vorhanden. Hier besteht die mit Abstand grösste Gefahr. Denn da die Herkunft und Kompatibilität eines allfälligen Updates (z.B. CustomROM) nicht überprüft wird, kann man unter Umständen ein falsches aufspielen, daduch wäre das Gerät nicht mehr nutzbar!

4. Was ist Radio S-OFF (SHIP S-OFF)?
Schlussendlich gibt es noch das Radio S-Off. Dabei ist nicht der Schreibschutz des Bootloaders ausgeschaltet, sondern der des Radios. Das Radio dient beim DHD (allen Android Smartphones) aber nicht für den Emfpang von Rundfunkprogrammen, sondern so heisst der Teil der Systems, der für alle Drahtlosverbindungen zuständig ist, also WLAN, 3G, Bluetooth usw.

4a. Was ist zu bevorzugen: Bootloader S-OFF oder Radio S-OFF?
Grundsätzlich bieten Bootloader S-Off und Radio S-Off die gleichen Funktionen. Es ist also nicht vonnöten, beiden zu haben. Will man nur CustomROMs flashen über ein CustomRecovery, wird empfohlen, nur Radio S-Off zu machen, da dies wesentlich einfach zu entfernen und viel, viel sicherer ist. Einziger Nachteil: Mit Radio S-Off können keine Fastboot-Befehl ausgeführt werden, was beispielsweise für die manuelle Installation des ClockworkMOD nötig ist.

4. CID bzw SuperCID
CID steht für CarrierID. Jeder Carrier, also Mobilfunkbetreiber, hat seine eigene CID. Die ist im Gerät, genauer gesagt im Radio gespeichert.
Die CID stellt eine Art „Schutz“ dar, der verhindern soll, dass auf gebrandeten Geräten eine freies ROM installiert wird.
Wenn auf ein gebrandetes Gerät nun ein freies ROM aufgespielt werden soll, dann wird das durch die CID geblockt. Genau so ist es auch bei OTA-Updates.
Es gibt aber zwei Möglichkeiten, die CID bzw. SuperCID zu umgehen: Einerseits mit einer Goldcard, andererseits damit, dass man die CID eines Providers gegen die CID der freien Geräte austauscht.
Beides ermöglicht einem schlussendlich das Aufspielen von einem freien (ungebrandeten) ROM und von Updates.
Um die CID zu ändern gibt es ein OneClick-Programm für den PC, welches man einfach ausführen muss, damit die CID geändert wird.

5. Was ist und macht ein CustomRecovery?
Das Recovery-Modul ist ein mächtiges Werkzeug. Damit kann man viele Grundaufgaben erledigen. So beispielweise das Sichern des gesamten Systems in einem Image. Das kann dann bei Bedarf wieder zurückgespielt werden. Das Recovery startet man, indem man das DHD komplett ausschaltet (Option „Schnellstart“ deaktiviert“) und dann, während man die Power-Taste drückt, die ganze Zeit die Volume-Down-Taste gedrückt hält.

Wesentliche Funktionen des CustomRecoverys:

  • Wipen des Speichers (Löschen des gesamten Inhalts)
  • Flashen von ROMs (Aufspielen von anderen/neueren Firmwares) oder sog. Mods (Veränderungen an einem ROM)
  • Backup (Image) des kompletten Systems erstellen
  • Genanntes Backup zurückspielen
  • Viele weitere, unwichtigere Funktionen

6. Was sind ROMs oder CustomROMs?
Ein ROM ist die Firmware eines Smartphones. Darin sind das gesamte Betriebssystem und weitere Komponenten gespeichert.
CustomROMs sind Modifikationen von dieser Original-Firmware. Sie werden von Hobbyentwicklern bereitsgestellt. Der sind und Zweck besteht meist darin, dass man gewisse Funktionen in der Firmware verankert, die normalerweise nicht vorhanden sind. Oder umgekehrt, man entfernt bestimmte Teile, z.B. Systemapps, die sich normalerweise nicht entfernen lassen.
Es gibt aber auch CustomROMs, die auf Androidversionen basieren, die offiziell (noch) nicht vom Gerätehersteller unterstützt werden. Bestes Beispiel hier ist das HTC Hero: Von HTC sind keine Updates mehr auf Android 2.2 oder höher zu erwarten. Die Entwicklergemeinde entwickelt aber fleissig CustomROMs, damit man den Hero noch möglichst lange nutzen kann.

7. RUU (ROM Update Utility)
Ein RUU oder eben ROM Update Utility ist dafür da, um eine Firmware über den PC auf das Smartphone aufzuspielen. Das RUU ist ein Programm für Windows, welches nicht installiert werden muss. Bevor man damit eine Firmware auf das DHD spielt, muss dieses korrekt mit dem PC verbunden sein. Um das zu Überprüfen, startet man am besten vor dem Flashen eine Synchronisation mit HTC Sync. Wenn dieser erfolgreiche ausführt wurde, kann man davon ausgehen, dass auch das RUU funktionieren wird.


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